Frank Michael Zeidler
"Der Große Saal von Heemstede"


Die einst riesige Schloßanlage von Heemstede, die sich über mehrere Kilometer erstreckte, ist in einer West-Ost-Ausrichtung angeordnet, wobei das Wasserschloß die Anlage in einen westlichen kleineren und überschaubaren und in den weitlaufigeren Teil des Parks gliedert. Damals waren unterschiedliche Sensationen in der gesamten Gartenanlage angelegt, eine künstliche Grotte, Kaskaden, eine Orangerie, ein Labyrinth, Waldsegmente, Tore und die symmetrisch-verspielten Wege.

Die Achsen symmetrische Struktur der anlage bildete die Grundlage für eine höchst kunstvoll gestaltete, den unterschiedlichen Örtlichkeiten entsprechend streng geformte Parkanlage, die der Kontemplation wie der Zerstreuung der Schloßbewohner dienen sollte.

Heute finden wir lediglich den westlichen, kleineren Gartenteil vor, sodaß wir in der Gesamtschau der Anlage auf alte Bilder und Veduten angewiesen sind, um uns in die Erlebniswelt eines so großartigen Gesamt-Kunstwerkes zurückversetzen zu können.

Der im Hochparterre gelegene "Große Saal" im Schloß blickt mit seinen riesigen drei Fenstern nach Westen und ist so dem Sonnenaufgang abgewandt. Er erfährt erst im Laufe des Tages, des Nachmittages, eine aufhellende Belichtung. Die in dicke Außenmauern eingelaßenen, hohen Fenstertafeln mit ihren unzahligen, kleinen Fensterscheiben leiten den Blick ohne die Möglichkeit außchweifender Rundumschau lediglich auf die klare Wegstruktur der Gartenanlage im Westen und auf die für Holland so typische weite und übermächtige Himmelswelt.



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Der grosse Saal, Westseite, Heemstede, 2004
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